Das Palais Walderdorff – Eine kleine Historie

„Uns Wohl und niemandem Übel“, lautet ein Trinkspruch von Johann Phillip von Walderdorff, der dem Gebäudekomplex seinen Namen gab. Der vorletzte Trierer Kurfürst (1701 /1768) wusste einen guten Tropfen zu schätzen. Wie passend, dass sich ausgerechnet in dem Gebäude zu dem er 1765 den Grundstein legte, heute unsere Gastronomie befindet.

Von Weinseligkeit und Sinnenfreude war der Ort allerdings nicht immer erfüllt. Hieß er doch bis 1863 Alte Regierung. Mit gutem Grund: Von 1816 bis 1845 logierte hier die Preussische Regierung und manchmal auch Könige und Kaiser, wenn sie denn dem fernen Trier einmal einen Besuch abstatteten.

Auch Kaiser Napoleon hatte 1804 schon den schönen Blick auf den Dom genossen. Er übernachtete sogar hier. Von 1794 bis 1815 gehörte Trier zum Saar-Departement. In dieser Zeit diente das Palais den Franzosen als Präfektur. Hier fanden im Rahmen der Säkularisation u.a. die Versteigerungen der Kirchen- und Klosterweingüter statt. Kein Wunder, dass einfache Bürger und fröhliche Zecher dort Jahrhunderte lang keinen Zutritt hatten.

Das änderte sich, als die Stadt die Gebäude 1959 vom Land Rheinland-Pfalz erwarb. Mit Volkshochschule, Städtischer Galerie und Standesamt belebten nun Kunst und Kultur die ernsten Mauern. 1997 erwarb die Nikolaus Koch Stiftung den gesamten Gebäudekomplex. Nach der Sanierung, seit 1999/2000 ist endlich einer der wichtigsten, historischen Plätze in Trier wieder zum angenehmen Aufenthaltsort geworden.

Das Walderdorff´s ist einer davon. Ganz im Sinne unseres lebenslustigen Namensgebers wünschen wir auch weiterhin

„Uns Wohl und niemandem Übel“